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Was JDF leistet Pressmore Info
Vernetzungs-Pioniere wie z. B. die in Deutschland ansässigen Unternehmen Druckhaus Berlin-Mitte, Kraft Druck und Mediengruppe Universal berichten über Produktivitätssteigerungen von 10 bis 20 %. Auch die belgische Druckerei Tanghe Printing NV profitiert von der Prozessautomatisierung.
Verbundene Systemee
Geschäftsführer Patrick Tanghe: "Wir entschieden uns Anfang 2003 für das HIFLEX MIS und setzen dieses heute für administrative Prozesse, Auftragskalkulation, Produktionsplanung, Nachkalkulation, Rechnungsstellung und das Dokumentenmanagement ein. 2004 investierten wir dann als erste belgische Druckerei in eine JDFVernetzung."
Tanghe Printing war damals gleichzeitig die weltweit erste Druckerei, in der eine JDF-Vernetzung mit Komori- Druckmaschinen in den Echtbetrieb ging (angebunden an das HIFLEX MIS). Nur ein Jahr später realisierte die Druckerei mit der JDF-Anbindung des Agfa-Vorstufen- Workflowsystems Apogee-X (v. 2.5) an das HIFLEX MIS eine weitere Weltpremiere. Die Integration des Document-Asset-Management-(DAM)-Systems NSS Production in den JDF-Workflow folgte im Oktober 2005.
Die Vernetzung der Abläufe wird über das HIFLEX MIS koordiniert und geregelt, denn es fungiert als JDF-Controller. Der Produktionsablauf wird während der Vorkalkulation generiert. Dieser wird für die automatisierte Erstellung des Produktionsplanes genutzt, der wiederum die Basis für die Disposition und Auftragstasche bildet. Mit der Auftragsanlage im HIFLEX-System stehen darüber hinaus die relevanten Daten auch für Apogee-X oder Komoris K-Station über die JDF-Schnittstellen zur Verfügung.
Tanghe Printing startete 2003 mit dem Vernetzungsprojekt. Der Umsatz konnte um 45% (2006: 4,8 Mio. Euro) gesteigert, gleichzeitig der Personalstamm von 35 auf 23 Mitarbeiter reduziert werden. Bereits jetzt (2003 bis 2006) beträgt der Return on Investment 708 %, d. h. die Investition hat sich bereits achtmal ausgezahlt.

Tanghe Printing von CIP4 ausgezeichnet  
Die nachgewiesenen Effekte der JDF-Vernetzung brachten Tanghe Printing den zweiten Platz beim Cip-4-Innovationspreis 2006 in der Kategorie "Bestes Kosten-Nutzen- Verhältnis durch den Einsatz der Prozessautomatisierung": Harry Adams (Komori), Stefan Reichhart (HIFLEX), Filip Desseyn (NSS), Stefan Daun (Cip 4), Patrick Tanghe (Tanghe Printing) und Erik Peeters (Agfa).

Optimierter Druckalltag
Genauer gefragt, wie die JDF-Vernetzung den Druckalltag optimiert, antwortet Tanghe: "Nun, wir drucken viele kleine Auflagen, wodurch jede Menge Auftragswechsel entstehen. Automatisierung über JDF ist die beste Methode zur Standardisierung sowie Beschleunigung der Auftragsvorbereitung, und zugleich garantiert sie unsere hohen Qualitätsansprüche." Des Weiteren ermögliche die Prozessautomatisierung Zeiteinsparungen bei einem gleichzeitig ruhigeren Produktionsablauf und: "Der direkte Zugang zum aktuellen Auftragsstatus für alle an der Produktion beteiligten Mitarbeiter hat Transparenz und Flexibilität im Produktionsablauf enorm gesteigert."

Patrick Tanghe  
Patrick Tanghe an seinem HIFLEX- Arbeitsplatz: "Die Mitarbeiter müssen von maximaler Transparenz profitieren können, damit sie ihre Aufgaben optimal erledigen können und sich dabei für die Zukunft und das Voranschreiten des Unternehmens einsetzen. Kurz - vernetzte Produktion ist zum Nutzen des gesamten Geschäftsprozesses."

Patrick Tanghe hat erkannt, dass die Vernetzung ein stetiger Prozess ist, genährt von innovativen Ideen und der technischen Weiterentwicklung. So wurde im November letzten Jahres der nächste Schritt eingeleitet, denn die Entwicklung von JDF 1.2 und Apogee-X v. 3.5 ermöglicht jetzt das automatisierte Ausschießen. Die im HIFLEX MIS kalkulierten Ausschießparameter können nun mit der Auftragsanlage an das Vorstufen-Workflowsystem via JDF übergeben und dort automatisch zum Generieren des Ausschießschemas verarbeitet werden. Das Potenzial liegin einer drastischen Vereinfachung des gesamten Vorstufen-Arbeitsprozesses; denn ein zeitaufwändiger Arbeitsschritt kann komplett eingespart werden: das Erstellen bzw. der Import des Ausschießschemas in das Vorstufen-Workflowsystem. Bei der Plattenbelichtung werden die PPF-Farbprofile an die Plantafel des HIFLEX MIS zurückgemeldet.
Das System wertet diese aus und schickt sie zusammen mit den JDF-Maschinenvoreinstellungen weiter an den Drucksaal. Somit erhalten die Drucker der angebundenen Druckmaschinen alle Daten zur Voreinstellung aus einer Hand. Erfolgt schließlich der Auftragsabschluss im HIFLEX MIS, so löst ein JDF an das NSS- Production- System einen Archivierungsprozess der entsprechenden Auftragsdateien aus, der die Aufräumarbeit auf dem Vorstufenserver automatisiert.

Nutzen der Vernetzung  
  • Reduktion des Personalstamms von 35 auf 23 Beschäftigte
  • Umsatzsteigerung um 45% (2006: 4,8 Mio. Euro)
  • Steigerung der verkauften Produktion auf den Druckmaschinen: 15% bei der Lithrone 440 und 13% bei der Lithrone S 540 dank eines verbesserten Verhältnisses von Hilfs- und Ausfallzeiten zu Fertigungszeiten
  • Return on Investment der Implementierung von 708 % (2003 bis 2006)
  • Kapitalwert 710 000 Euro (entspricht einem internen Zinsfuß von 434 %)

  • HIFLEX Disposition  
    Der Screenshot aus der HIFLEX-Disposition (elektronische Plantafel) zeigt die Planung der Auftragsreihenfolge. Rückmeldungen aus der Produktion fließen via JMF in die Disposition ein und werden in der unteren linken Ecke angezeigt.

    Kurzprofil Tanghe Printing NV
    Tanghe Printing wurde 1974 als Einmannunternehmen gegründet. Heute ist der Betrieb zu einer modernen vollstufi gen Offsetdruckerei gewachsen, deren Produktportfolio Geschäftsberichte, Zeitschriften, Bücher, Werbedrucksachen und Kalender umfasst. Die Vorstufe ist mit dem PDF-Workflowsystem von Agfa ausgestattet. Derzeit arbeitet Tanghe mit Apogee-X v3.5. Plattenbelichtungen erfolgen mit dem Galileo-CTP-System. Für die Archivierung kommt das DAM-System NSS Production zum Einsatz. Der Drucksaal ist mit einer Komori Lithrone 440 (Vierfarben- B1) und einer Lithrone 40S (Fünffarben mit Lack, B1) ausgerüstet, wobei die Maschinenleitstände jeweils mit Komori- K-Station-Systemen für schnellere Maschinenvoreinstellungen aufgerüstet wurden. Die Kunden kommen aus Belgien (40%), Frankreich (45%), den Niederlanden (10%) und aus der Schweiz (5%).

    Quelle: Druckspiegel (Ausgabe 03/2007)