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EFFIZIENT VERNETZT. Kraft-Druck in Ettlingen-Oberweier erhielt für seine erfolgreiche JDF-Vernetzung
einen Preis von CIP4.
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Am 5. August 2005 wurde Kraft-Druck mit einem der erstmals verliehenen CIP4 International
Print Production Awards (CIPPI-Awards) ausgezeichnet. Mit diesem Preis würdigt die CIP-4-Organisation die Errungenschaften
innovativer grafischer Unternehmen auf dem Gebiet der digitalen Integration, Vernetzung und Automatisierung. CIP4 verleiht
die weltweit ausgeschriebenen CIPPI-Awards in drei Kategorien:
Kraft-Druck ist Gewinner des Preises in der letztgenannten Kategorie. CIP 4 würdigt damit das Engagement des Unternehmens
und seiner Partner aus der Lieferindustrie (Hiflex, Kodak Creo und MAN Roland) zur konsequenten Umsetzung der JDF-Vernetzung
von Druckereiverwaltung, digitaler Druckvorstufe und Offsetdruck.
Drei Zahlen unterstreichen auf eindrucksvolle Weise, welche Effizienzsteigerung die Vernetzung bei Kraft-Druck gebracht hat.
Aus der Implementierung des durchgängigen JDF-Workflows ergab sich im Vergleich von 2003 zu 2004 eine Steigerung der effektiven
Fertigungsstunden von 9,6 %. Der Return on Investment der gesamten JDF-Implementierung beläuft sich innerhalb von
fünf Jahren auf 446 %. Der Amortisationsfaktor liegt dementsprechend bei 5,46.
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| Geschäftsführer Werner Kraft (rechts) erhielt vom CIP-4-Sekretär Stefan Daun den CIPPI-Award für größte Effizienzsteigerung. |
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Die JDF-Vernetzung bei Kraft-Druck nahm im November 2003 ihren Lauf und erfolgte in mehreren Stufen. Keine
zwei Jahre später profitiert das Unternehmen von einem integrierten Workflow, in den der Prinergy-Prepress-Workflow von Creo,
das Pecom-Druckmaschinenleitstandsystem von MAN Roland und die Hiflex-Branchensoftware integriert sind. Seit der Einführung
des Prinergy-Workflows liefert die Vorstufe den drei Bogenoffsetmaschinen Roland 700 über eine Online-Verbindung CIP-3-PPF-Daten
für die Farbzonenvoreinstellung. Über die JDF-Schnittstellenverbindung zwischen dem Hiflex-MIS und den Pecom-Leitständen
kann das MIS Auftragskenndaten (Kundenname, Auftragsnummer, Produktbezeichnung usw.) und druckrelevante Parameter wie Format, Papier,
Auflage, Anzahl der Druckplatten und Farben den Druckmaschinen direkt zur Verfügung stellen. In der Gegenrichtung kommunizieren
die Leitstände der Bogenoffsetmaschinen Maschinenereignisse (zum Beispiel den aktuellen Exemplarzählerstand) zum MIS. |
Durch die automatische Erfassung von Kostenstellenzeiten und Materialverbräuchen im Prinergy-Ausgabe-Workflow
sind die Kosten eindeutig zugeordnet. Vor der JDF-Vernetzung war die Leiterin der Druckvorstufe rund vier Stunden
pro Monat damit beschäftigt, den »verlorenen«, sprich: nach der Druckformherstellung nicht ordnungsgemäß
in die Betriebsdatenerfassung eingegebenen Druckplatten und Proofs hinterher zu fahnden. Solche mittlerweile ausgemerzten
Fehlbuchungen unterbrachen auch den Abrechnungsprozess, denn abgerechnet wird nur nach vollständiger, plausibler Nachkalkulation.
Heute ist das Unternehmen wesentlich schneller und präziser in der Rechnungslegung. Die systemgestützte Erfassung
sämtlicher Autor- und Hauskorrekturen – an manuell bedienten BDE-Terminals in der Vorstufe – liefert darüber hinaus
wertvolle Informationen für das unternehmensinterne Qualitätsmanagement. Kraft-Druck hat heute einen Fehlkostenanteil
von 1 % des Umsatzes; der Bran-chendurchschnitt liegt dagegen bei 3 %.
Des Weiteren führt die automatische Betriebsdatenerfassung im Prinergy-Umfeld zu einer Einsparung von täglich
30 Minuten Arbeitszeit. Und die nicht länger erforderliche Zweit- und Dritterfassung von Kunden- und Auftragsdaten
spart nochmals 30 Minuten pro Tag ein.
Ein zusätzlicher Folgeeffekt der JDF-Implementierung ist, dass Kraft-Druck keinen dedizierten Auftragsdisponenten
mehr benötigt. Die Disposition wird in zwei Stunden pro Tag von einem Mitarbeiter aus dem Qualitätsmanagement mit erledigt.
Die gesamte Auftragsabwicklung ist transparenter und flexibler geworden. Hiflex-Systemmodule wie das Auftragsbuch und
die Disposition sind dank der automatisierten Betriebsdatenerfassung immer auf dem aktuellen Stand. So ist beispielsweise für
den Verkaufsinnendienst die Datenanlieferung durch die Kunden im Auftragsbuch ersichtlich oder für den Disponenten die
Bebilderung der zur Produktion benötigten Druckplatten in seiner elektronischen Plantafel. Die Kundenberater können ihre
Kunden schneller und genauer über den Status der einzelnen Aufträge informieren. Gleichzeitig wird das Personal in
Adminis-tration und Produktion von redundanten und ineffizienten Arbeitsschritten entlastet. |
Das Projekt der JDF-Vernetzung bei Kraft-Druck geht indes weiter. In diesem Jahr erhalten noch die MBO-Falzmaschinen Anschluss
an das MIS. Per JDF-Kommunikation werden die Falzmaschinensteuerungen dann ebenfalls mit Auftragskenndaten und Einstellparametern
versorgt. Dieser Erweiterungsschritt macht die Ettlinger Druckerei zum weltweit ersten vierstufig JDF-vernetzten Betrieb
(Administration, Vorstufe, Druck und Weiterverarbeitung). Auf Grund ihrer positiven Erfahrungen will die Geschäftsführung
die Vernetzung noch weiter ausbauen.
Dipl.-Ing. Erich Fritz |
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