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PDC Tangen in Norwegen ist komplett vernetzt - von der Administration bis zur Buchbinderei.
Wenn der norwegische Nachwuchs ein Schul- oder Kinderbuch in die Hand nimmt, kommt es mit großer Sicherheit aus Aurskog, einem kleinen Ort gut 30 km östlich von Oslo.
Dort nämlich ist PDC Tangen ansässig, der größte norwegische Bogenoffsetdrucker, der jährlich etwa 1.500 unterschiedliche Bücher und Bildbände, circa 120 Periodika
sowie Broschüren und Geschäftsberichte druckt. PDC steht für Print Data Center und Tangen ist der Name einer vor einiger Zeit übernommenen Druckerei. Das Unternehmen
ist größer als die Nummer zwei und drei im norwegischen Markt zusammengenommen und heute der erste skandinavische Drucker, der JDF implementiert hat. |
| Norwegen zählt etwa 900 grafische Unternehmen, die einen Umsatz von rund 1 Mrd. Euro erwirtschaften. Der Bereich des Bogenoffsetdrucks macht an diesem Umsatz 375
Millionen Euro aus und daran wiederum hält PDC Tangen mit einem Umsatz von etwa 26 Mio. Euro einen Anteil von über 7 Prozent. "Wie Sie sehen, gibt es für uns noch
ein ordentliches Marktpotenzial," sagt Halvor Borresen, Production Manager des Unternehmens und verantwortlich für die Automatisierung in der Druckerei. Und bei
dem angestrebten weiteren Wachstum ist man auf einem guten Weg, denn die Steigerungsraten des Unternehmens sind mit 20% Umsatzwachstum im letzten Jahr bei gleich
bleibender Mitarbeiterzahl beachtlich. |
| Dass dies nur mit erheblichen Optimierungs- und Automatisierungsanstrengungen erreichbar ist, leuchtet ein. Denn mit den zweistelligen Zuwachsraten beim Umsatz sind
auch gut 20% mehr Aufträge verbunden. Und die wollen verwaltet, produziert und ausgeliefert werden. "Für uns bedeutete dies, dass wir die Effizienz in der
Administration erhöhen, die Produktivität in der technischen Abwicklung maximieren und die Fehlerquote minimieren mussten," so Halvor Borresen. Dazu hat PDC
Tangen das gesamte Unternehmen im wörtlichen Sinne "umgekrempelt". |
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Halvor Borresen mit einem für die Produktion bei PDC Tangen typischen Druckbogen im Format 104 cm x 144 cm. |
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| In einem ersten Schritt installierte die Druckerei 2005 ein HIFLEX MIS. "Das vorher eingesetzte System war zwar nicht schlecht, bot uns aber zu wenig Perspektiven,
zumal eine Integration von kaufmännischer Auftragsabwicklung und Produktionsprozess nicht möglich war," erläutert Halvor Borresen. Dabei führt er aus, dass es
verschiedene Kriterien gab, die für HIFLEX sprachen: Neben guten Referenzen, bereits realisierten JDF-Installationen und vorhandenen eBusiness-Modulen überzeugte
das Dokumenten-Handling. Und schließlich habe man nicht einfach nur einen Lieferanten, sondern einen Partner gesucht. "Dies alles haben wir bei HIFLEX gefunden
und sind vor allem mit der Leistungsfähigkeit, Termintreue und der Zukunftsperspektive zufrieden." |
| Inzwischen ist das MIS zu einem fundamentalen Teil des 110 Mitarbeiter zählenden Unternehmens geworden und Dreh- und Angelpunkt der Vernetzung. Für Halvor Borresen
war die Umstellung auf das neue MIS einer der komplexesten Vorgänge im Unternehmen. Denn es ging ja nicht nur um Kalkulation oder Materialwirtschaft - es war die
Vorbereitung zur kompletten Vernetzung des Unternehmens. Dabei wurde zudem die Variantenvielfalt im Bereich der Produktion standardisiert. "Als Richtlinie für alle,
die sich mit Automatisierung und JDF beschäftigen - es sind 80% Planung und 20% Realisierung," weiß Halvor Borresen. Da mussten Stundensätze, Preise,
Produktstrukturen, technische Normen, Reports, Routinen und Arbeitsschritte und -abläufe zusammengetragen, geplant und abgebildet werden. "Und schließlich ist es
wichtig zu unterscheiden, was man haben muss, was man gerne hätte und was wirtschaftlich Sinn macht." |
| Heute steht die Vernetzung und nur der Insider mag noch erkennen, welche Mühe hinter dem "Workflow wie von Geisterhand" steckt. |
| Die Jobs werden am HIFLEX MIS angelegt, beinhalten alle produktionsrelevanten Parameter wie Kundendaten, Job-Name und -Nummer, Signatur-Nummer, Ausschießer,
Papierdaten, Verarbeitungs- und Veredelungsvorgaben, Liefertermine etc. Die für die einzelnen Abteilungen relevanten Daten werden gefiltert und den
Bereichen zugänglich gemacht. |
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| In der HIFLEX Kalkulation wird das zu fertigende Produkt in Form von Produkt-Struktur und Prozess-Struktur (Netz) dargestellt, wobei der Produktionsweg vollautomatisch
berechnet wird. Auf dem Bildschirm außerdem gut ersichtlich ist die detaillierte Darstellung der Vermaßung des Falzbogens. Die exakte Berechnung ist die Grundlage zur
sachlich richtigen Übergabe der Ausschießparameter von HIFLEX an Prinergy via JDF. |
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| So erhält die Vorstufe via JDF die begleitenden Daten sowie die Inhaltsdaten des Jobs. Eine Premiere feiert dabei die Übernahme der "JDF Stripping Parameter"
in die Kodak-Vorstufenlösung. Der Produktionsworkflow Prinergy erhält vom HIFLEX-System die Job-Informationen, sucht ein dazu passendes Ausschieß-Template und
platziert die Seiten automatisch. Der Vorstufenmitarbeiter spart dadurch pro automatisierten Job etwa 40 Minuten. |
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| Screenshot aus der HIFLEX Disposition (elektronische Plantafel) bei PDC Tangen mit der Planung der Auftragsreihenfolge sowie Darstellung der JDF Rückmeldungen aus
der Produktion (rechte untere Ecke). |
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| Bereits 1997 installierte das norwegische Unternehmen einen Creo-CtP-Belichter. Heute produzieren neben zwei Creo 3244 ein Magnus-VLF-System die Platten für die
großformatigen Druckmaschinen von Mitsubishi, Komori und Heidelberg. Auch hier ein Indiz für die Effektivität der Vernetzung: nach 100.000 Druckplatten, die
im Jahr 2005 hergestellt wurden, produzierte die Vorstufenabteilung bei PDC Tangen im Jahr 2006 rund 130.000 Platten - und das mit 8 statt 9 Mitarbeitern.
Von den 39 Druckwerken sind 37 Werke mit dem HIFLEX MIS über JDF vernetzt. |
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| Von den 39 Druckwerken der Maschinen von Mitsubishi, Komori und Heidelberg sind 37 Werke mit dem MIS und JDF vernetzt. |
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| "Die Periode vom Start bis zur Lauffähigkeit der Vernetzung war erstaunlich kurz," resümiert Halvor Borresen. Startschuss war im Juni 2005, die Kernimplementierung
war im November desselben Jahres abgeschlossen. Der JDF-Workflow wurde in den Folgemonaten Stück für Stück weiter ausgeweitet. Heute sind das HIFLEX MIS, die Kodak
Vorstufe, die Komori und Mitsubishi Druckmaschinen sowie die MBO Falzmaschinen über JDF miteinander vernetzt. |
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Der Data Manager an der MBO-Falzmaschine erhält die Einstelldaten vom HIFLEX MIS. |
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| Kurze Abstimmungsprozesse mit den Kunden, weitestgehend automatisiert über die Kodak-Software InSite, und die Vernetzung über HIFLEX sparen dem Unternehmen vor allem
viel Zeit - und damit Geld. Nach den Berechnungen von Halvor Borresen beträgt der Wettbewerbsvorteil durch die Automatisierung 5,18 Mio Euro (auf fünf Jahre gerechnet).
Dieser hohe Betrag folgt aus der großen gesamtbetrieblichen Produktivitätssteigerung (allein im Drucksaal über 20%), der gestiegenen Produktionssicherheit,
die sich auch in verringerte Makulatur (80 t) rechnet, und der Vermeidung von ehemals manuellen und aufwändigen Arbeitsprozessen. |
| "Die Automatisierung ist für alle Beteiligten von Vorteil. Der Kunde bekommt seine Drucksachen schneller, zahlt abhängig vom Job weniger und wir haben dennoch
einen höheren Ertrag. Denn JDF und die Vernetzung ist schneller, spart in allen Abteilungen Zeit, liefert bessere Informationen für alle und bringt deutlich
mehr Transparenz," resümiert Halvor Borresen. Logisch, dass der Weg zu einer weiteren Automatisierung erklärtes Ziel bei PDC Tangen ist. "Wir erwarten noch sehr
viel mehr Produktivität durch JDF. Außerdem wollen wir den e-Mail-Verkehr reduzieren, transparenter machen und weitestgehend automatisiert zuordnen. Und wir
wollen auch die Papierhändler, Spediteure und Buchbinder in unseren Workflow einbeziehen," sagt Halvor Borresen. "Automatisierung ist für uns ein langfristiges
Commitment. Wir sind ein HighTech-Supplier mit automatisierten Prozessen. Das wissen unsere Kunden und schätzen es." |
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| "Eigentlich hat man ja nie Zeit in einem Job, schon gar nicht in der Druckindustrie. Aber für den Workflow muss man sich einfach die Zeit nehmen," resümiert
Halvor Borresen (links). Damit er seinen Job auch gewissenhaft ausüben kann, lässt ihm Gaute Hartberg (rechts), Chef des Unternehmens, diese Zeit. Denn er
weiß: "Halvor ist unser ,Mister Automation' - und macht einen perfekten Job." Das beweisen nicht zuletzt die Zahlen und der Erfolg des Unternehmens. |
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