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Belgische Offset-Druckerei erfolgreich beim CIPPI Award 2006. Ende 2002 entschied Patrick Tanghe, Geschäftsführer von Tanghe Printing NV in Komen,
in seinem Unternehmen ein CIM Projekt (Computer Integrated Manufacturing) zu starten. Das erklärte Ziel war der integrierte EDV-Einsatz in allen mit
der Produktion zusammenhängenden Betriebsbereichen durch ein zentrales IT System (dem HIFLEX MIS). Zur Prozessautomatisierung sollte dieses
System alle produktionsrelevanten Daten gemeinsam nutzbar machen. Seit dem Startschuss vor vier Jahren hat Tanghe Printing seinen Umsatz
um 45% (2006: EUR 4.8 Mio.) gesteigert während gleichzeitig der Personalstamm von 35 auf 23 Leute reduziert werden konnte. |
| Von besonderer Bedeutung ist dabei Patrick Tanghe's nachhaltiges Engagement für die JDF-Vernetzung seines Betriebes, da positive Effekte insbesondere im
Verlauf des JDF-Projektes erzielt wurden. So zeigen exakte betriebswirtschaftliche Kalkulationen einen bereits heute erreichten (2003-2006) Return on
Investment (ROI) der Implementierung von 708 %. Die Investition hat sich also bereits achtmal ausgezahlt. Der Kapitalwert beträgt EUR 710.000 und entspricht
einem internen Zinsfuß von 434%. Diese überzeugenden Zahlen brachten Patrick Tanghe nun Erfolg beim CIP4 Innovationspreis 2006, der jährlich von der CIP4
Organisation in drei Kategorien verliehen wird. Tanghe Printing erreichte den zweiten Platz in der Kategorie "Bestes Kosten-Nutzen-Verhältnis durch den
Einsatz der Prozessautomatisierung". Die Implementierung umfasst das HIFLEX MIS, das via JDF mit Agfa :ApogeeX, Komori K-Station und NSS Production vernetzt ist. |
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| Tanghe Printing wurde mit dem zweiten Platz beim CIPPI Awrd 2006 ("Bestes Kosten-Nutzen Verhältnis") ausgezeichnet. Die Urkunden für Partick Tanghe und die Vertreter
der Zulieferer wurde von CIP4 Sekretär Stefan Daun überreicht. Von links nach rechts: Harry Adams (Komori), Stefan Reichhart (HIFLEX), Filip Desseyn (NSS), Stefan
Daun (CIP4), Patrick Tanghe (Tanghe Printing), Erik Peeters (Agfa) |
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| Tanghe Printing entschied sich für das HIFLEX MIS Anfang 2003. Das Management Information System wurde für administrative Prozesse, Auftragskalkulation,
Nachkalkulation, Rechnungsstellung, und das Dokumenten Management eingeführt. Rückblickend erklärt Patrick Tanghe: "Die Einführung des HIFLEX MIS ging rasch
und reibungslos vonstatten. Darin spiegelt sich auch unsere Mentalität wider: Wir waren schon immer offen gegenüber technischen und administrativen Neuerungen,
umso mehr, da diese stets zu Verbesserungen unserer Produktionsprozesse und des Workflows führten." |
| Folgerichtig war Tanghe Printing dann auch die erste belgische Druckerei, die 2004 in eine JDF-Vernetzung investierte. Gleichzeitig wurde Tanghe die weltweit
erste Druckerei, in der eine JDF-Vernetzung mit Komori Druckmaschinen in den Echtbetrieb ging (angebunden an das HIFLEX MIS). Nur ein Jahr später realisierte
die Druckerei eine weitere Weltpremiere: die JDF-Anbindung des Agfa Vorstufen-Workflowsystem :ApogeeX (v. 2.5) an das HIFLEX MIS. Die Integration des Document
Asset Management (DAM) Systems NSS Production in den JDF- Workflow folgte im Oktober 2005. |
Gefragt, wie die JDF-Vernetzung den Druckalltag bei Tanghe Printing optimiert, erklärt Patrick Tanghe: "Nun, wir drucken viele kleine Auflagen, wodurch jede
Menge Auftragswechsel entstehen. Automatisierung über JDF ist die beste Methode zur Standardisierung sowie Beschleunigung der Auftragsvorbereitung, und zugleich
garantiert sie unsere hohen Qualitätsansprüche." Des Weiteren ermögliche die Prozessautomatisierung Zeiteinsparungen bei einem gleichzeitig ruhigeren
Produktionsablauf. "Es gibt kein Hin- und Hergerenne mit Dokumenten mehr, und der Informationsfluss ist nicht verzögert, was ja fatale Folgen haben kann."
Stefan Reichhart, Geschäftsführer von HIFLEX, erklärt: "Die Vernetzung von Tanghe's Abläufen wird über das HIFLEX MIS koordiniert und geregelt, denn es fungiert
als JDF-Controller. Der Produktionsablauf wird während der Vorkalkulation generiert. Dieser wird für die automatisierte Erstellung des Produktionsplanes genutzt,
welcher wiederum die Basis für die Disposition und Auftragstasche bildet." In Hinblick auf die JDF-Vernetzung ergänzt er: "Mit der Auftragsanlage im HIFLEX System
stehen die relevanten Daten auch für Agfa :ApogeeX oder Komori K-Station über die JDF-Schnittstellen zur Verfügung." |
Für die automatisierte Auftragsanlage erhält :ApogeeX die kaufmännischen Auftragsparameter (Auftragsnummer und -name, Auftragsbeschreibung, Adresse,
Ansprechpartner, etc.) sowie technische Daten zum Auftrag (Auftragsteile wie beispielsweise Umschlag / Inhalt, Druckbogenaufteilung, Anzahl der Seiten,
Farbigkeit, etc.) via JDF vom HIFLEX MIS. Der Auftrag im Vorstufensystem steht dabei über die Kundennummer mit dem MIS in Verbindung.
Die JDF-Daten bestimmen die Prozesskette (Arbeitsplan) in :ApogeeX. Im :ApogeeX-Workflowsystem werden weitere Parameter der Druckvorstufe ergänzt
(z.B. Belichterauflösung, Rasterweite u.a.), während das HIFLEX System die von :ApogeeX übermittelten Vorstufen-Arbeitsprozesse verarbeitet. Ändert sich
nach Auftragserteilung beispielsweise noch die Anzahl der Seiten, so wird dies zunächst in der HIFLEX Auftragskalkulation erfasst. Damit entsprechen dann
Preis, Produktionsplanung, elektronische Auftragstasche und Nachkalkulation dem neuen Stand. Druckauftragsänderungen wie diese übergibt das HIFLEX-System
via JDF an :ApogeeX, wo eine entsprechende Aktualisierung des Auftrags automatisch erfolgt.
Ein effektiver Datenaustausch ist ebenso zwischen HIFLEX und den Druckmaschinen sichergestellt. Die Komori K-Station Systeme erhalten Auftragsdaten
(e.g. Kundenname, Auftragsnummer, Produktbeschreibung) sowie relevante Druckparameter (Format, Papier, Auflage, Anzahl Platten und Farben) via JDF aus dem HIFLEX MIS.
Rückmeldungen aus der Produktion fließen automatisch in das HIFLEX Auftragsbuch, die HIFLEX Disposition und HIFLEX BDE zurück, wodurch die Daten im HIFLEX MIS
immer auf dem aktuellen Stand sind. Patrick Tanghe: "Der direkte Zugang zum aktuellen Auftragsstatus für alle an der Produktion beteiligten Mitarbeiter
hat Transparenz und Flexibilität im Produktionsablauf enorm gesteigert."
Aktuelle Informationen zur Produktion werden außerdem über den HIFLEX Mail Roboter bereitgestellt, über den Standard-Kommunikationsprozesse abgewickelt werden.
So wird die Belegschaft über wichtige Routinen automatisch informiert. Über automatisierte E-Mails wird beispielsweise versendet: Listen mit Produktionszeiten
der Mitarbeiter, die jedem an der Produktion beteiligten zugestellt werden, Informationen über minimalen Lagerbestand, Informationen über Produktionsdaten,
sowie der Produktionsplan des folgenden Tages.
Mit der Anbindung des NSS Production Systems an das HIFLEX MIS wurde der JDF-Workflow ausgebaut. Tanghe erzielte dadurch weitere Effizienzsteigerungen,
denn seither erfolgt auch die Strukturierung und Organisation der Dateien in der Vorstufe automatisiert. Insbesondere während hochgeschäftiger Zeiten ist es
sehr hilfreich, dass der Vorstufen-Server nun automatisch aufgeräumt wird. Wird nämlich ein Auftrag im HIFLEX MIS abgeschlossen, erreicht diese Information
via JDF das NSS System. Der Erhalt des JDF löst nun einen Archivierungsprozess der entsprechenden Auftragsdateien aus. Zunächst wird geprüft, ob die Auftragsdaten
vollständig sind (sämtliche Verbindungen bleiben erhalten). Danach wird das Arbeitsvolumen vom Server geräumt. Der Vorstufenmitarbeiter spart durch diese
Automatisierung eigene "Aufräum-Arbeit " und kann darüber hinaus absolut sicher sein, dass alle zu dem entsprechenden Auftrag gehörenden Dateien archiviert werden. |
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| Der Screenshot aus der HIFLEX Disposition (elektronische Plantafel) zeigt die Planung der Auftragsreihenfolge. Rückmeldungen aus der Produktion fließen via JMF
in die HIFLEX Disposition ein und werden in der unteren linken Ecke angezeigt. |
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| Direkte Folge des JDF-Projekts war eine effizientere Organisation des Arbeitspensums. "Vor der Implementierung hielten wir regelmäßig 60-minütige
Produktionsbesprechungen ab. Heute dauern unsere Frühbesprechungen nur noch etwa 15 Minuten", kommentiert Patrick Tanghe. Die Einrichtungen der Druckmaschinen
konnten deutlich beschleunigt und die Produktionsleistung erhöht werden. Hier die Zusammenfassung der Optimierungen:
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| Während des Firmenrundganges (anlässlich der CIP4-Auszeichnung) demonstriert Tanghe an seinem HIFLEX Arbeitsplatz, wie Kommunikationsprozesse über den HIFLEX Mail Roboter
standardisiert und dadurch optimiert werden. |
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Der nächste Schritt wurde im November 2006 eingeleitet, wenn die JDF-Vernetzung mit HIFLEX MIS für eine weitere Rationalisierung der Vorstufenprozesse genutzt wird.
Mit der Entwicklung von JDF 1.2 und :ApogeeX v. 3.5 wurden nämlich erweiterte Automatisierungsprozesse möglich: das automatisierte Ausschießen.
Während das HIFLEX MIS den effektivsten Produktionsweg berechnet, erstellt es gleichzeitig die Grundlage für das Ausschießschema. Die sogenannten JDF
Stripping Parameter werden mit der Auftragsanlage an das Vorstufen-Workflowsystem via JDF übergeben und dort automatisch zum Generieren des Ausschießschemas
verarbeitet. Automatisiert fügt :ApogeeX noch Druckkeil, Schneid-, Falz-, Flatter- und Passmarken, sowie Bogensignatur, Bogen-Identnummer und Druckkontrollstreifen
hinzu. Zusätzlich erfolgt die Berechnung von Verdrängung und Bundzuwachs.
Das birgt eine drastische Vereinfachung des gesamten Vorstufen-Arbeitsprozesses, bei der ein Vorstufen-Mitarbeiter komplette Arbeitsschritte spart - nämlich das
Erstellen bzw. den Import des Ausschießschemas in das Vorstufen-Workflowsystem.
"Die erstmalige Realisierung eines vollkommen automatisiert erstellten Ausschießschemas bei Tanghe Printing schafft eine Referenzlösung für eine komplett neue
Arbeitsweise in der Druckindustrie", sagt Stefan Reichhart, Geschäftsführer von HIFLEX. |
| Tanghe Printing wurde 1974 als Ein-Mann-Unternehmen gegründet. Heute ist der Betrieb zu einer modernen vollstufigen Offsetdruckerei gewachsen, deren Produktportfolio
Geschäftsberichte, Zeitschriften, Bücher, Werbedrucksachen und Kalender umfasst. Die Vorstufe ist mit dem PDF-Workflowsystem von Agfa's PDF ausgestattet.
Zurzeit arbeitet Tanghe mit :ApogeeX v3.5.. Plattenbelichtungen erfolgen mit dem Galileo CtP System. Für die Archivierung kommt das DAM System NSS Production
zum Einsatz. Der Drucksaal ist mit einer Komori Lithrone 440 (Vierfarben B1 41½") und einer Komori Lithrone 40S (Fünffarben mit Lack B1 41½") ausgerüstet,
wobei die Maschinen-Leitständen jeweils mit Komori K-Station Systemen für schnellere Maschinen-Voreinstellungen aufgerüstet wurden. Tanghe Printing's Kunden
kommen aus Belgien (40%), Frankreich (45%), den Niederlande (10%) und der Schweiz (5%). |
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