 | |  |  | |
|
In der belgischen Bogenoffset-Druckerei Tanghe Printing N.V. (Komen) erfolgte kürzlich
erstmals die JDF-Vernetzung zwischen Agfas Vorstufen-Workflowsystem Apogee-X (v. 2.5)
und einer Branchensoftware (Hiflex MIS). |
|
Tanghe Printing hatte bereits als erste JDF-vernetzte Druckerei der Benelux-Staaten
Schlagzeilen gemacht, nachdem im März letzten Jahres die Komori-Druckmaschinen
via JDF an das Hiflex MIS angebunden worden waren. Die Vernetzung führte in dem Betrieb
zu einem erheblichen Zuwachs an Transparenz und Flexibilität im Produktionsprozess.
Enorme Kosteneinsparungen wurden erzielt, und mittlerweile kann die Amortisierung der
Investitionen nach dem ersten Jahr festgehalten werden. Geschäftsführer Patrick Tanghe:
"Unser Ziel ist es, die gesamtbetrieblichen, wirtschaftlichen und kundenorientierten
Vorteile durch Automatisierung weiter auszubauen. Von der JDF-Anbindung des Workflowsystems
Apogee-X an unsere Hiflex-Branchensoftware versprechen wir uns eine ebenso nachhaltige
Optimierung der Arbeitsprozesse in der Vorstufe, wie das bereits für den Drucksaal
geschehen ist." |
|
|
|
 |
|
Patrick Tanghe, Geschäftsführer von Tanghe Printing N.V., arbeitet mit dem Hiflex MIS.
Nach den Komori-Druckmaschinen im letzten Jahr wurde aktuell nun das Vorstufen-Workflowsystem
Apogee-X von Agfa an die Branchensoftware via JDF angebunden. |
|
|
|
|
Bei der jetzt realisierten JDF-Vernetzung erfolgt mit der Auftragserfassung im Hiflex MIS
die automatische Auftragsanlage in Apogee-X. Das Hiflex-System übergibt dabei via JDF die
kaufmännischen Auftragsparameter (z.B. Auftragsnummer und -name, Adresse und Ansprechpartner)
sowie technische Daten zum Auftrag (Auftragsteile wie z.B. Umschlag/Inhalt,
Druckbogenaufteilung, Anzahl der Seiten sowie Farbigkeit) an das Vorstufensystem. Das
Preps-Ausschießschema wird auf Basis der vom Hiflex-System übermittelten Ausschießinformationen
generiert und dann in das Agfa-System importiert. Im Apogee-X-Workflowsystem werden weitere
Parameter der Druckvorstufe mit Hilfe eines an einen Hotfolder angeschlossenen Produktionsplanes
ergänzt (z.B. Belichterauflösung und Rasterweite). Ändert sich nach Auftragserteilung z.B.
noch die Anzahl der Seiten, so wird dies zunächst in der Hiflex-Auftragskalkulation erfasst.
Damit entsprechen dann Preis, Produktionsplanung, elektronische Auftragstasche und
Nachkalkulation dem neuen Stand. Druckauftragsänderungen wie diese übergibt das
Hiflex-System via JDF an Apogee-X, wo eine entsprechende Aktualisierung des Auftrags
automatisch erfolgt. |
|
|
|

|
| Das Vorstufen-Workflowsystem verarbeitet automatisiert JDF Stripping-Informationen aus dem
Hiflex-MIS-System. Dabei steuert die von ihm übermittelte JDFDatei auch die Prozesskette
innerhalb von Apogee-X. Die integrierte Ausschieß-Engine vervollständigt die
Druckbogengeometrie, bevor Inhaltsseiten platziert werden. |
|
|
"Durch die JDF-Vernetzung zwischen dem Apogee-X-Workflowsystem und dem Hiflex
MIS werden Änderungen am Druckauftrag zeitnah an die Vorstufe kommuniziert. Das optimiert
außerdem unseren Service, da auch kurzfristige Kundenänderungen unmittelbar in den
Produktionsprozess einfließen", so Tanghe. Und er ergänzt: "Darüber hinaus ist
mir bewusst, dass in der jetzt realisierten JDF-Anbindung noch mehr Potenzial zur weiteren
Optimierung der Vorstufenprozesse liegt. Agfa und Hiflex arbeiten bereits eng zusammen, um
die Möglichkeiten, die sich durch die Ergänzung der JDF-Spezifikation ergeben, voll
auszuschöpfen. Wir planen ein, dass für den Vorstufenmitarbeiter demnächst ein ganzer
Arbeitsgang überflüssig wird."
|
Patrick Tanghes Aussage spielt auf die Möglichkeiten an, die sich mit der JDF Spezifikation
1.2 ergeben haben, denn dort wurden erstmals die so genannten JDF Stripping-Parameter
aufgenommen. Hierbei handelt es sich um eine strukturierte Beschreibung des Einteilungsbogens
mit der Geometrie und Vermaßung auf dem Druckbogen.
Die Anbindung bei Tanghe basiert bereits
auf JDF 1.2. Das Hiflex-System ist schon länger in der Lage, JDF-Stripping-Parameter zu
generieren und zu übergeben. Und Apogee-X verfügt mit der Version 2.5 über eine integrierte
Preps-Ausschieß-Engine. Dadurch kann das Workflowsystem die vom Hiflex-System übermittelten
JDF Stripping-Parameter verarbeiten. Automatisiert fügt die Ausschieß-Engine in Apogee-X
noch Druckkeil, Schneid-, Falz-, Flatter und Passmarken sowie Bogensignatur, Bogen-Identnummer
und Druckkontrollstreifen hinzu. Zusätzlich erfolgt die Berechnung von Verdrängung und
Bundzuwachs.
Während das Hiflex MIS also den effektivsten Produktionsweg berechnet, erstellt
es gleichzeitig die Grundlage für das Ausschießschema. Die entsprechenden JDF Stripping-Parameter
werden mit der Auftragsanlage an das Vorstufen-Workflowsystem übergeben und dort ohne
Zwischenschritt automatisch zum Generieren des Ausschießschemas verarbeitet. Die
JDF-Vernetzung zwischen dem Vorstufen-Workflowsystem und der Hiflex-Branchensoftware birgt
somit eine umwälzende Vereinfachung des gesamten Vorstufen-Arbeitsprozesses, bei der ein
Vorstufenmitarbeiter komplette Arbeitsgänge spart: das Erstellen bzw. den Import des
Ausschießschemas in das Vorstufen-Workflowsystem. Bei Tanghe Printing steht die Implementierung
dieser Erweiterung jetzt an.
"Die erstmalige Realisierung eines vollkommen automatisiert
erstellten Ausschießschemas bei Tanghe Printing schafft eine Referenzlösung für eine komplett
neue Arbeitsweise in der Druckindustrie", so Stefan Reichhart, Geschäftsführer der
Hiflex GmbH. |
|
|
|

|
| Das Hiflex-System verbucht die im Vorstufen-Workflowsystem angestoßenen Druckplattenbelichtungen
über den JDF/JMF-Link automatisch. Ohne manuelle Erfassung wird dadurch der Auftrag mit den
entstandenen Plattenkosten (Material und Zeit) belastet. |
|
|
Die Innovation des Vorstufen-Workflows, die Hiflex und Agfa nun in Kooperation umsetzen
werden, ist auch Resultat gemeinsamer Projekte der letzten Jahre. Um die Praxistauglichkeit
der JDF-Vernetzung zwischen dem Hiflex MIS und Apogee-X immer weiter auszubauen, ist die
Hiflex-Software im Agfa-Entwicklungscenter und im Agfa-Democenter in Mortsel sowie im
Agfa-Democenter in Wilmington (USA) installiert. Umgekehrt befindet sich das Agfa-System
im Hiflex-Entwicklungscenter und im Hiflex CIM-Center.
Koen van de Poel, Technologiebeauftragter bei Agfa Gevaert sowie Vorsitzender der
Arbeitsgruppe "Origination and Prepress" bei der Cip-4-Organisation: "Die
Möglichkeiten und Chancen der vernetzten Produktion sind enorm. Dabei geht es nicht darum,
Daten zwischen zwei Systemen auszutauschen, sondern Abläufe zu automatisieren und letztlich
ganze Prozessschritte einzusparen. Die Installation mit Hiflex bei Tanghe Printing ist
sicherlich ein Meilenstein auf einer Reise, die längst begonnen hat." |
Der Druckspiegel zählt zu den führenden Fachzeitschriften der Druck- und Kommunikationsindustrie. Er
informiert Fach- und Führungskräfte in Druckvorstufen-, Druck- und
Weiterverarbeitungsunternehmen, Verlagen, Agenturen, im Fachhandel und in
wissenschaftlichen Einrichtungen. |
|
|  |