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Am 24. August 2005 wurde die Druckerei Bauer in Wien mit dem erstmals verliehenen CIP4
International Print Production Innovation Awards (CIPPI Awards) ausgezeichnet. Mit diesem
Preis würdigt die CIP4-0rganisation herausragende Errungenschaften bereits vernetzt
produzierender Druckereien rund um den Einsatz von JDF-gestützten Prozessautomatisierungen. |
Die CIP4-0rganisation (International Cooperation for the Integration of Processes in
Prepress, Press and Postpress) vergab jeweils einen ersten Preis und eine Zweitplatzierung
(in Form einer ehrenvollen Erwähnung) in den folgenden drei Kategorien:
Bauer Druck ist Gewinner des weltweit ausgeschriebenen CIPPI Awards in der erstgenannten
Kategorie. Das CIP4 Advisory Board würdigt damit die von Bauer Druck und seinen Partnern
Hiflex, Müller Martini und MAN Roland implementierte Neuerung in der Vernetzung von
Auftragsmanagement, Druck und Weiterverarbeitung. Rechnet man den Nutzen, der sich seit
April 2004 bereits ergebenen hat, auf fünf Jahre hoch und stellt ihn den Gesamtkosten des
Projekts gegenüber, so ergibt sich ein Return on Investment (ROI) von 220 Prozent, was
einem Amortisationsfaktor von 3.2 entspricht.
Das Unternehmen machte bereits im April 2004 mit der ersten Postpress JDF-/JMF-Anbindung
der Welt Schlagzeilen. Dabei wurde ein Müller Martini Sammelhefter des Typs PrimaPlus mit
dem Hiflex Management-Informations-System (MIS) vernetzt. Zeitgleich wurden (damals noch)
vier MAN IIIB-Bogenmaschinen über JDF / JMF an Hiflex angebunden. |
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Die Druckerei Bauer befindet sich seit 1997 nur wenige Autominuten von der Wiener City
und dem Vienna Airport entfernt. |
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"Um heute am Markt bestehen zu können, bedarf es innovativer Ansätze, um Flexibilität,
Qualität und Produktivität immer weiter zu steigern", betont der für seine kontroversiellen
Aktionen bekannte KR Ing. Michael Bauer. Pro Kopf erwirtschaftet das Untemehmen heute 330.000
Euro bei einem Mitarbeiterstand von 70.
"Die jetzt erhaltene CIP4 Auszeichnung ist für uns kein zufälliges Ereignis, sondern
Resultat einer langjährigen Strategie", meint er beim Firmenrundgang. So habe man die
Hiflex Branchensoftware schon seit 1992 eingesetzt und sei dadurch schon früh mit
Organsiationsaufgaben konfrontiert gewesen. Bereits 1993 gab es eine Online-Integration mit
den damaligen vollelektronisch gesteuerten 4- bzw. 5-Farben Bogen-Offsetdruckmaschinen. "
Das war noch kein JDF, aber seit sich dieser Branchenstandard abzeichnete, haben wir beim
Ankauf unserer Produktionsanlagen immer auf die JDF/JMF-Tauglichkeit geachtet". Bereits
2002 wurden alle Druckmaschinen mit einem vernetzungsreifen Maschinenleitstand-System
nachgerüstet und 2004 folgte dann ein JDF-Systemupdate des mit AMRYS (Automatie Make Ready
System) ausgerüsteten Müller Martini Sammelhefters PrimaPlus. |
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Überreichung des CIP4-Preises ("CIPPI Award") an die Druckerei Bauer KG In Wien.
Von rechts: Stefan Daun (Fraunhofer Institut, CIP4 Sekretariat), Christian Bauer und Michael
Bauer (beide geschäftsführende Gesellschafter der Druckerei Bauer KG), Stefan Reichhart
(Geschäftsführer der Hiflex GmbH) und Dr. Jutta Thellmann (Leiterin Marketing Services der
Müller Martini Marketing AG). |
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Es ist nicht von der Hand zu weisen und das klang abseits der Präsentation schon durch,
dass der Umstieg auf neue Organisationsformen einem Betrieb alles abverlangt. Parallel zum
Tagesgeschäft etwas Neues aufzubauen ist ein Kraftakt, der nicht zu unterschätzen ist. |
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Eine große Innovationsleistung bei der realisierten Vernetzung ist wohl auf Seiten des MIS
Anbieters Hiflex zu sehen, denn die Anbindung des Sammelhefters macht die Bereitstellung
detaillierter Daten über das zu produzierende Produkt notwendig. Zum Einstellen von Anlegern,
Hefter und Trimmer sind neben der Signatur-Stärke (ergibt sich aus Anzahl Seiten, Grammatur
und Papiervolumen), die Beschnitt-Maße (Kopf-, Fuß- und Front-Beschnitt), Klammerart und
-position sowie die Zuordnung der einzelnen Signaturen auf die jeweiligen Anleger wichtig. |
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Das Vernetzungsmodell (nach EUPRIMA) verdeutlicht den Datenaustausch via JDF/JMF zwischen
der Brachensoftware Hiflex und der Produktion bei Bauer Druck in Wien. |
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Die Ermittlung der dazu notwendigen technischen Parameter sind angesichts der zahlreichen
Möglichkeiten des Falz- und Druckbogenaufbaus (mit mehreren, teilweise unterschiedlichen
Falzbogen auf einem Druckbogen inklusive der Möglichkeit der Mehrfach-Nutzenverarbeitung)
kein leichtes Unterfangen wie Stefan Reichhart, Geschäftsführer der Hiflex GmbH erklärte:
"Die Implementierung bei Bauer Druck machte die genaue Berechnung der Falzgeometrie
und der Lage der Falzbogen auf den Druckbogen notwendig. Für uns eine besondere
Herausforderung, denn das hatte bis dato noch kein MIS Anbieter versucht. Es wurden spezielle
mathematische Formeln und Funktionen entwickelt und in das Hiflex System implementiert, so
das letztlich Falz- und Druckbogen auch graphisch visualisiert werden konnten - und zwar
produktionsgerecht."
Bei der JDF-Anbindung des Sammelhefters werden alle maschinenrelevanten Daten zunächst an
den Maschinen-Leit-stand "System Manager" von Müller Martini übergeben und von
dort an den Sammelhefter übermittelt. Über motorische Achsen kann der Sammelhefter damit
vollautomatisch auf das zu fertigende Produkt eingerichtet werden. Mit Hilfe der
JDF-Maschinendaten aus Hiflex konnte die durchschnittliche Zeit für das erstmalige Einrichten
von acht Stationen von 70 Minuten (ohne AMRYS) auf 20 Minuten (mit AMRYS und JDF-Anbindung)
reduziert werden. |
Für Bauer Druck sind die kurzen Rüstzeiten deshalb so wichtig, weil das 1940 gegründete und
heute von den Cousins Michael und Christian Bauer in dritter Generation geführte
Familienunternehmen eine äußerst heterogene Auftragsstruktur aufweist. Nicht weniger als 48
Zeitschriften produziert Bauer für Verlage sowie Handels- und Industriebetriebe. Dazu kommen
Werbedrucksachen in den verschiedensten Formaten.
"Das Einrichten unseres neuen Sammelhefters und der Druckmaschinen wird über die
JDF-Datenübergabe aus Hiflex wesentlich verkürzt. Letztlich steigert das unsere effektive
Produktionszeit an diesen teuersten und wertvollsten Maschinen", so Michael Bauer.
Über die direkten JMF-Statusrückmeldungen aus den Maschinensteuerungen erhält man
verlässliche Informationen über den Produktionsstand und eine exakte Datenbasis für die
Nachkalkulation. |
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Die Abbildung zeigt die Planung der Auftragsreihenfolge In der Hiflex-Disposition, die
zugleich als JDF-Controller fungiert. In der oberen linken Ecke werden die
Maschineninformationen angezeigt, die via JDF/JMF vom Müller Martini Sammelhefter empfangen
werden. |
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"Ich verstehe den CIPPI Award auch als Auszeichnung für unsere Mitarbeiter, die
allesamt "Vernetzung leben" und damit über die vielen Jahre unserer gemeinsamen
Strategie gefolgt sind. Von unseren ersten Vernetzungsansätzen 1993 bis heute war es eine
lange, aber lohnende Reise." |
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Zeit- und kostenaufwändig
Fehleranfällig (z.B. Tippfehler oder Gebrauch individueller Abkürzungen) und dadurch
Gefahr inkonsistenter Daten auf Auftragstasche.
Druckmaschine VS. Sammelhefter
Eingeschrankte Nutzung von Suchfunktionen bei Wiederholauftragen (durch inkonsistente
Daten)
Weniger Rexibilitat im Produktionsprozess / verlängerte Einrichtzeiten
Bei Änderungen des Produktionsplanes (Maschinenbruch, Änderungen der Kapazitäten,
Schnellschüsse), manuelle Korrektur der Daten in den Maschinen-Leitständen der Druckmaschinen
und des Müller Martini Sammelhefters
Wenig Transparenz in der Produktionsplanung Fehleranfallig.
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