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Deutscher Drucker: »JDF macht erst mal Arbeit - spart aber Zeit und Kosten« PDF-Version:als PDF öffnen / Pressmehr Info
Creo und HIFLEX auf dem Stuttgarter Druckforum - Der Creo-Abend signalisierte, ein Vierteljahr vor der Drupa, »Bahn frei für die vernetzte Produktion«. Mit von der Partie waren ein PDF- und Kommunikationsexperte, die Aachener Firma HIFLEX mit ihrer Branchensoftware HIFLEX Print und ein Pilotkunde für JDF. Sein Fazit: JDF ist kein Allheilmittel, aber das i-Tüpfelchen auf einen schon vorhandenen, gut organisierten Workflow mit EDV-Unterstützung.

Kommentar
So erlebt man JDF-Kommunikation! Creo und HIFLEX hoben weniger auf die Technik ab, sondern zeigten die Praxis - und die ist im Zusammenspiel zwischen Auftragsverwaltung, Vorstufen- und Druckworkflow und, wenn sogar Kunden online mitmischen, noch komplex genug. Unterm Strich: JDF macht Sinn und hat funktioniert!

Datenaustausch in Echtzeit
Wer zur Drupa 2004 fährt, dem kann man eine Veranstaltung wie den Stuttgarter Creo-Abend zur Vorbereitung auf das Thema vernetzte Produktion nur wünschen. Joachim Halbleib, technischer Berater bei Creo EMEA, moderierte eine praxisnahe Systemvorführung, und Thomas Brickwedde von der Ettlinger Kraft Druck und Verlag GmbH berichtete aus der Sicht eines Pilotkunden.

NPG, Networked Graphic Production, heißt eine herstellerneutrale strategische Initiative, die laut Halbleib eine integrierte Produktionsumgebung für die grafische Industrie verspricht, von der Idee bis zur Auslieferung. Produktion und Administration geschehen heute in zwei getrennten Strängen. Bei der vernetzten grafischen Produktion werden die Erstellungs-, Übertragungs- und Produktionsphasen digital gemanagt. Wie das funktioniert, zeigten Dipl.-Kfm. Thomas Reichhart, Geschäftsführer der Aachener HIFLEX GmbH, und zwei Creo-Mitarbeiter im Online-Zusammenspiel ihrer Systeme: HIFLEX Print als Branchensystem, Prinergy und Synapse von Creo als Produktionstools mit Kundeneinbindung. Die technische Anbindung zwischen Creo und HIFLEX erfolgte über einen bidirektionalen Echtzeit-Datenaustausch.

In die Praxis übersetzt: Sobald der zuständige Sachbearbeiter einen Auftrag im Auftragsbuch von HIFLEX definiert hat, wird dieser über die JDF-Schnittstelle automatisch im Prinergy-Workflow angelegt. Dadurch werden Mehrfacheingaben ebenso vermieden wie eventuelle Fehler oder Abweichungen infolge der Doppelerfassung.

Kunden im Online-Dialog
In umgekehrter Richtung empfängt HIFLEX von Prinergy während der Fertigung eines Auftrags ständig aktuelle Produktionsinformationen, wie Maschinenbelegungszeiten, Materialverbrauchsdaten, Jobstatus oder Art der ausgeführten Arbeiten (Erstarbeiten oder Änderungsarbeiten wie zum Beispiel Autorkorrekturen). So ist die Sachbearbeitung immer über den Auftragsfortschritt auf dem Laufenden. Genauso stehen der Produktionsplanung über die elektronische Plantafel des HIFLEX-Systems stets authentische Informationen über den Auftragsstatus und das Geschehen in den technischen Produktionsbereichen zur Verfügung.

Kraft Druck  
JDF-Schnittstellen verbinden die Branchensoftware HIFLEX Print mit dem PDF-Produktionsworkflow von Creo.

Produzierte Proofs und Druckplatten sowie Maschinenzeiten fließen direkt über JDF/JMF in die Nachkalkulation des Auftrags. Autorkorrekturen bleiben transparent und können auf die Rechnung geladen werden. Die vollständige Erfassung aller Kosten versetzt zum Beispiel das Qualitätsmanagement in die Lage, Fehlleistungen zu reduzieren. Überzeugend demonstriert wurden auch die Möglichkeiten, die der Kunde, zum Beispiel eine Werbeagentur, mit Synapse Prepare und Insite für eine der Druckerei angepasste Erzeugung von PDF-Dokumenten und den Online-Dialog zum Proofen hat. HIFLEX hat weitere JDF-Schnittstellen mit MAN Roland, KBA, Komori, Agfa und Müller Martini umgesetzt. Creo Prinergy wurde bisher mit drei weiteren Branchensystemen verbunden, darunter auch Printplus; bis zur Drupa sollen daraus rund zehn werden.

Pilotkunde für JDF
Kraft Druck ist seit September 2003 Creos zweiter Pilotkunde für Prinergy-Workflows mit JDF. Thomas Brickwedde, Leiter des Verkaufsinnendienstes: HIFLEX wurde 1995 eingeführt, seit 1998 wurden Terminplanung und E-Mails per Microsoft Outlook abgewickelt, 1999 erfolgte der Einstieg ins CtP mit Scitex Lotem, und das Jahr 2003 brachte den PDF-Workflow mit Creo Prinergy samt CIP-3-Datenerzeugung, das Pecom-System mit CIP-3-Daten für die Farbvoreinstellung, E-Business für Kunden und den JDF-Workflow. Brickwedde listete die Unterschiede vor und nach der JDF-Installation auf für die Druckvorstufe, den Druck, den Verkauf (Kalkulation) und allgemein. Seine Warnung: Ein neuer Workflow löst keine bestehenden Probleme, vielmehr müssten die Aufgabenverteilung und Zuständigkeiten neu geregelt werden, und: ein genaueres Arbeiten sei erforderlich. Bisherige Erkenntnisse aus der JDF-Installation:
  • Druckvorstufe (Creo): hundertprozentige Sicherheit bei der Kostenerfassung (automatische Material- und Zeiterfassung), keine monatliche Inventur mehr notwendig;
  • Druck (MAN Roland): Zeitersparnis beim Anlegen der Aufträge im Pecom-System.
  • Autor: Dipl.-Ing. Erich Fritz

    Quelle: Deutscher Drucker (Nr. 6/19.2.2004)  
    Link zum Deutschen Drucker Deutscher Drucker bietet als marktführendes Fachmagazin der grafischen Industrie höchste Aktualität und fachliche Kompetenz durch ein professionelles und internationales Redaktions- und Autorenteam. Dabei reicht die Informationsbreite der jährlich 42 Ausgaben von der Vorstufe über den Druck und die grafischen Materalien bis hin zur Weiterverarbeitung und Medientechnik. Mit seinem branchengrößten Stellen-, Gebrauchtmaschinen- und Angebotsmarkt bietet Deutscher Drucker den Entscheidern ein Gerüst, welche Investition warum wann sinnvoll ist.