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Die Mediengruppe UNIVERSAL erhält CIP4 Innovationspreis für die Umwandlung von PPF (CIP3) in JDF (CIP4) Pressmore Info
Produktivität um 20% gesteigert, ROI über 600%. "Der technische Fortschritt marschiert weiter, und wir wollen mit ihm wachsen. Dazu bedienen wir uns intelligenter technischer Lösungen, denn die führen immer zu gesteigerter Produktivität", sagen Albert Contzen und Helmut Stoppe, beide Geschäftsführer der Mediengruppe UNIVERSAL Grafische Betriebe Manz und Mühlthaler GmbH (MGU). Konsequenterweise sucht die 40-Mitarbeiter starke Offsetdruckerei immer nach neuen Wegen, die betriebliche Effizienz zu steigern.
Bereits im Februar 2004 wurde mit der JDF-Vernetzung des Drucksaals begonnen und dies nur einen Monat nach Einführung der neuen HIFLEX Branchensoftware. Nach Anbindung des Kodak Prinergy Vorstufen­workflows im April 2005 folgte die Integration einer neuen Heidelberger Speedmaster im April 2006. Zeitgleich wurde der JDF-Workflow durch eine neue Funktion im HIFLEX MIS zur Konvertierung der CIP3 Farbprofile (PPF-Format) in das CIP4 Datenformat (JDF) erweitert. Für den Praxiseinsatz dieser neuen Funktionalität im HIFLEX MIS erhielt die Mediengruppe UNIVERSAL den ersten Preis im internationalen CIPPI Award 2006. Dieser Preis wurde am 05. Oktober 2006 im Münchener Betrieb von CIP4 Sekretär Stefan Daun überreicht.

Ausgeschrieben wird der CIP4-Preis in drei Kategorien, und zwar jeweils in Form eines ersten und eines zweiten Preises an besonders erfolgreich vernetzte Betriebe. UNIVERSAL gewann den ersten Preis in der Kategorie "Innovativste Nutzung der Prozess­auto­mati­sierung in einer Implementierung."

Mediengruppe UNIVERSAL  
Albert Contzen und Helmut Stoppe, Geschäftsführer der Mediengruppe UNIVERSAL.

Mehr Automatisierung durch Innovation
Vor der Implementierung der Innovation waren trotz standard-konformer JDF-Vernetzung des Betriebes zwischen dem HIFLEX MIS, der Kodak Prinergy Vorstufe, den beiden KBA Druckmaschinen (ausgestattet mit Logotronic) und der Heidelberger Speedmaster (ausge­stattet mit Data Control) letzte manuelle Schritte im ansonsten automatisier­ten Workflow zwischen den beteiligten Systemen notwendig. Die PPF Farbprofile (aus der Vorstufe) mussten an den Druck­maschinen zum (via JDF aus dem HIFLEX MIS) übermittelten Auftrag manuell zugewiesen werden - mit den üblichen Zeiteinbußen und der Fehler­anfälligkeit bei manuellen Arbeitsschritten.

Ein durchgängiger CIP4-Workflow zwischen Vorstufe und dem heterogenen Maschinenpark konnte aufgrund technischer Restriktionen nicht realisiert werden. Grund war, dass der Auf­bau der PPF-Dateinamen nicht herstellerübergreifend geregelt ist, so dass die unter­schied­lichen Systeme andere Namenskonventionen verlangen. Die beteiligten Systeme ließen sich nicht so aufeinander abstimmen, dass die PPF-Zuweisung in allen Kombinationen auto­matisch erfolgen konnte.

HIFLEX nahm sich dieses Problems an und entwickel­te eine Lösung zur Realisation der durch­gängigen Automatisierung zwischen Vorstufen PPF Daten und JDF-fähigen Druck­maschinen verschiedener Hersteller. Mit der neuen Funktionalität, die das HIFLEX MIS als bisher einzige Branchensoftware bietet, erhalten die Druckmaschinen in einem einzigen JDF-Datenstrom alle auftrags­relevan­ten Daten zusammen mit den modifizierten Farbprofilen. Dadurch wird ein durch­gängiger JDF-basierter Workflow zwischen Vorstufe und Drucksaal geschaffen, manuelle "Restarbeit" ist abgeschafft.

Stefan Reichhart, Geschäftsführer von HIFLEX, kommentiert: "Damit wurde eine offene Lösung zum automatisierten hersteller-unabhängigen Transfer von JDF-Auftragsdaten und PPF-Farb­profilen an den Drucksaal geschaffen, egal welche Druckmaschinen und wie viele verschiede­ne Fabrikate im Einsatz sind."

Umwandlung von PPF (CIP3) in JDF (CIP4)  
Abbildung 1: Trotz standard-konformer JDF-Vernetzung mach­ten die unabhängig voneinander laufenden JDF- und PPF-Datenströme eine manuelle Zuweisung der Farbprofile zum Auftrag an den Leitständen des heterogenen Maschinenparks notwendig. Abbildung 2: Das HIFLEX MIS System nimmt die PPF Dateien zur Farbzonen-Voreinstellung von der Vorstufe ent­gegen, weist sie über eine intelligente Automatik den einzelnen Druckgängen des Auftrags zu und modifiziert diese JDF konform. Wenn Daten zum Maschinenvoreinstellungen mittels JDF (=CIP4) an das Produktionssystem des Drucksaals geschickt werden, sind die dazugehörigen PPF Dateien bereits im JDF Datenstrom referenziert.

Die Workflow-Verbesserungen durch die neue Funktionalität im Überblick:
  • Automatische Zuordnung der PPF-Farbprofile zum Auftrag an der Druckmaschine. Dadurch keine fehleranfällige manuelle Arbeit mehr nötig.
  • Erstellung eines Vorschaubildes zum Druckbogen und Visualisierung des Vorschaubildes in Disposition. Dadurch kann der Disponent (nach Plattenerstellung, denn dann wird das CIP3 Profil erstellt) die Druckbogenvorschau sehen und die angezeigte Farbdeckung als Entscheidungs­kriterium bei der Festlegung der Auftragsreihenfolge verwenden.
  • Die CIP3 Daten werden nicht konsumiert, sondern bleiben auch nach Auftragsabschluss im HIFLEX System gespeichert. Dadurch können beim späteren Anwählen eines alten Auftrags die damaligen Druckbögen angezeigt werden. Dies ist u.a. beim Kopieren eines Auftrags für einen Wiederholer hilfreich, um zusätzlich Sicherheit zu haben, dass der richtige Auftrag kopiert wird.
  • Überprüfung und Lösung von Differenzen zwischen Farbbezeichnungen im MIS (z.B "Pantone 520C") und der Vorstufe (z.B. "Spot 1"). Dadurch ist die Farbbezeich­nung im Leitstand genau wie auf der Tasche. Das Vorschaubild im HIFLEX MIS zeigt die Sonderfarben richtig an.

  • PPF Farbprofile in HIFLEX und Heidelberg  
    Abbildung 3: Screenshot der HIFLEX Dispostion, welches die PPF Vorschau abbildet. HIFLEX erhält die PPF-Daten von Kodak Prinergy, ändert diese JDF 1.2 ICS konform und leitet diese anschließend mit den gesamten Vorstufendaten an die Heidelberg Druckmaschinen weiter.
    Abbildung 4: Screenshot der Prinect Prepress Benutzeroberfläche zeigt die PPF Farbprofile in Prinect Data Control.


    PPF Farbprofile in HIFLEX und KBA  
    Abbildung 5: Screenshot der HIFLEX Dispostion, welches die CIP3-Daten (PPF-Format) von dem Kodak Prinergy Vorstufensystem erhält. In HIFLEX werden diese automatisch zu dem Druckprozess des Auftrages übertragen und auf den JDF Standard (1.2 ICS) abgeändert. Somit erhalten die KBA Druckmaschinen alle Vorstufendaten von nur einem System.
    Abbildung 6: Screenshot des KBA Logotronic Systems, welches die Farbprofile anzeigt, die es von dem HIFLEX MIS mittels JDF und zusammen mit allen Vorstufendaten erhalten hat.

    Die Effekte des Vernetzungsprojekts bei der Mediengruppe UNIVERSAL
    Die Implementierung der Innovation bedeutete den konsequenten Ausbau der Vernetzung, welche die Mediengruppe UNIVERSAL bereits seit Anfang 2004 betreibt. Heute sagt Albert Contzen: "Es lohnt sich und macht allen beteiligten Mitarbeitern Spaß, mit dem HIFLEX MIS und der Automati­sierung via JDF zu arbeiten, denn das bringt Transparenz, Flexibilität und Arbeitserleichterung." Die Umstellung auf den JDF-Workflow sei von wesentlich geringerem Arbeitsaufwand begleitet gewesen als die Vorbereitung auf ISO 2001. "Für die Automati­sierung waren unsere Abläufe durch die ISO-Zertifizierung bereits standardisiert. Das war die wichtigste Voraussetzung für die rasche Implementierung des JDF-Workflows nur einen Monat nach Echtstart von HIFLEX," fügt Helmut Stoppe hinzu.

    Für UNIVERSAL liegt der größte Vorteil der Vernetzung darin, dass mehr Informationen am Arbeits­platz zur Verfügung stehen. Nicht mehr ein Höchstmaß an Improvisationstalent garantiert die Flexibilität bei Auftragsänderungen, sondern der Einsatz professioneller Automatisierungs­technologie. Lauferei und Hektik nahmen ab, und intelligente technische Lösungen stehen personalintensiven Lösungen gegenüber.

    Effekte der JDF-Vernetzung / Prepress
  • Automatisches Anlegen der Aufträge im Prinergy-Workflow, sobald in HIFLEX ein Auftrag eröffnet wird. Einheitliche Bezeichnung von Kunden und Aufträgen in Kundenbetreuung und Vorstufe (erleichtert späteres Auffinden von Daten sehr!)
  • Beschleunigung der Auftragsbearbeitung in der Vorstufe: Im Vorstufenworkflow sind die Auftragsordner bereits angelegt, wenn der Vorstufenmitarbeiter mit der Arbeit beginnt.
  • Rückmeldung der ausgeführten Prozesse aus Prinergy an HIFLEX: Protokoll der Produktions- und Korrekturläufe nicht mehr nur in der Vorstufe, sondern auch beim Auftragsmanagement, also dort, wo die Aufträge überwacht und abgerechnet werden
  • Vorbereitung von automatischem Ausschießen

  • Kosteneinsparungen
    Insgesamt verhilft die JDF-Vernetzung der Mediengruppe UNIVERSAL zu jährlichen Kosteneinsparungen von EUR 285,000.--. Diese setzen sich zusammen aus:
  • Mehr verkaufte Produktionsstunden von EUR 150,000,--
  • Reduzierte Produktionsbesprechungen von EUR 20,000.--.
  • Reduzierte Personalkosten (2 Personen) von EUR 115,000,--.
  • Auf fünf Jahre berechnet ergibt sich für die Mediengruppe UNIVERSAL ein Kapitalwert (NPV) von EUR 977,055.- und ein Return on Investment (ROI) von 607,4 % (Amortisationsfaktor 7,07 %).

    Über die Mediengruppe UNIVERSAL
    Die Mediengruppe UNIVERSAL ist eine moderne Bogenoffset-Druckerei mit ISO- und Prozess­Standard Offsetdruck-Zertifizierung. Das Unternehmen geht auf den Zusammenschluss von vier Münchener Druckereien im Frühjahr 2000 zurück: E. Mühlthaler's Buch- und Kunstdruckerei GmbH (gegründet 1850), Manz Druck GmbH (gegründet 1830), Universal Druck GmbH (gegründet 1948), GWD Gestaltung Werbung Druck Hans Venus GmbH (gegründet 1977).

    Das Leistungsspektrum der zurzeit 40 Mitarbeiter starken, vollstufigen Druckerei umfasst heute neben dem Offsetdruck (Geschäftsberichte, Zeitschriften, Bücher, Werbemittel und Kalender) auch alle dafür erforderlichen Prepress-Dienstleistungen inkl. Satz, Litho und Database-Publishing. Darüber hinaus werden Web-Sites gestaltet und CD-Produktionen übernommen. In der Vorstufe wird der Kodak Prinergy PDF-Vorstufenworkflow eingesetzt, und zwei Screen Plate Rite (8000 + 8600) belichten die Platten. Gedruckt wird auf einer Heidelberger Speedmaster (52 x 74 cm) und zwei KBA Rapida 105 (eine Fünffarben und eine Vierfarben, beide 74 x 105 cm). Jährlich werden etwa EUR 7 Mio. Umsatz erzielt.

    Der Einstieg in die Vernetzung wurde im Januar 2004 mit der Einführung des HIFLEX MIS vollzogen, die JDF-Anbindung der KBA-Druckmaschine erfolgte nur einen Monat später. Der heutige JDF-Workflow umfasst den Drucksaal mit seinem heterogenen Maschinenpark (KBA Rapida und Heidelberg Speedmaster) sowie die Kodak-Vorstufe, die alle an das HIFLEX MIS angebunden sind.

    Im Mai 2006 erhielt die Mediengruppe UNIVERSAL das IRD-Zertifikat "Best Practice Unternehmen" und beim weltweit ausgeschriebenen CIP4 Preis gewann die Mediengruppe UNIVERSAL im September/Oktober 2006 den ersten Preis in der Kategorie "Innovativste Nutzung der Prozess­auto­mati­sierung in einer Implementierung."