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CIPPI Awards 07: CIP4 Innovationspreis an Gutenberg-Werbering, Linz Persberichtenmore Info
Mit dem CIP4 International Print Production Innovation Awards (CIPPI Awards) würdigt die CIP4-Organisation grafische Betriebe, die auf dem Gebiet der digitalen Integration, Vernetzung und Automatisierung Weltspitze sind. Ausgezeichnet wird natürlich auch die Zulieferindustrie. Heuer unter den Siegern: Gutenberg-Werbering, Linz. In den letzten Jahren ging die Auszeichnung immer an Druckereien, die ihren Workflow durch die JDF-Vernetzung optimierten. Dieses Jahr gehen die CIPPI Awards erstmals an Betriebe, die über das Software-Tool HIFLEX Print Support unternehmensübergreifend kommunizieren und Anfragen sowie Bestellungen damit abwickeln. Die prämierte Implementierung in der Kategorie "Innovativste Nutzung der Prozessautomatisierung" bindet drei Unternehmen ein: Gutenberg-Werbering, Linz; das Druckhaus Berlin-Mitte (DBM), Berlin und Grieger Offsetdruck, Nettetal-Kaldenkirchen.
Automatisierungstool Print Support
Die innovativste Nutzung der Prozessautomatisierung bezieht sich auf das JDF-fähige, webbasierende Automatisierungstool "HIFLEX Print Support" (www.printsupport.com), welches die Abwicklung von Geschäftsprozessen in der Druckindustrie optimiert. HIFLEX Print Support ermöglicht die Integration von Drucksacheneinkäufern und -anbietern in den JDF-Workflow und verbindet darüber hinaus die Partner im Beschaffungsprozess (Einkäufer, Anbieter, Zulieferer von Drucksachen) über eine gemeinsame Plattform. Weltweit war ein solcher JDF-Workflow zuvor noch nicht realisiert worden.

 

Wilhelm Driessen, Grieger Offsetdruck; Herbert Preissler, Druckhaus Berlin-Mitte; Bruno Pimminger, Gutenberg; Stefan Daun, CIP4 Konsortium.

Alle drei Unternehmen nutzen das Beschaffungstool Print Support, welches als effizientes Abwicklungssystem auf Internet und E-Mail inklusive einem vom Einkäufer generierten JDF-Anhang (mit Kundendaten und Auftragsspezifikationen) basiert. Die Daten des JDF-Anhangs sind automatisch nutzbar im HIFLEX MIS, wo sie für die Auftragskalkulation genutzt und (sobald der kalkulierte Auftrag zu einem echten Auftrag wird) dann via JDF an die integrierten Systeme übermittelt werden. Diese sind Kodak Prinergy, KBA- und MAN Roland-Druckmaschinen im DBM sowie KBA-Druckmaschinen bei Grieger und bei Gutenberg.
Das System HIFLEX Print Support transportiert das Job Definition Format "JDF" über die Grenzen interner Produktionsprozesse, was einen unternehmensübergreifenden JDF-Workflow ermöglichte. Der Einsatz von E-Mail und JDF bewirkt dabei signifikante Zeit- und Geldeinsparungen, da Anfragen und Angebote auf sehr effiziente Weise kommuniziert werden. Der Effekt ist die erstmalige Umsetzung eines zusammenhängenden Workflows von Auftragsanfrage bis hin zur Auslieferung.
Herbert Preißler, DBM-Geschäftsführer: "Die unternehmensweite Standardisierung, interne Automatisierung und unsere Kommunikationsprozesse waren ja bereits hoch optimiert im DBM. Wir haben durch die JDF-Vernetzung unsere Produktivität erheblich erhöht. Was uns noch fehlte war ein durchgängiger Arbeitsfluss im Bereich der Drucksachenbeschaffung, ob das nun die Abwicklungsprozesse mit unseren Kunden oder die mit unseren Lieferanten betraf. Für uns war die Zeit einfach reif, um den Prozess der Drucksachenbeschaffung mit in den JDF Workflow zu integrieren." Beim Druckhaus Berlin-Mitte hat man erkannt, dass der Bestell- und Beschaffungsprozess sehr zeitaufwendig ist und folglich noch erhebliches Rationalisierungspotential in sich birgt. "Wir bekamen häufig Anfragen, die nicht strukturiert waren und wichtige Angaben vermissen ließen. Auch bei Angeboten von unseren Zulieferern hatten wir manchmal den Eindruck, Äpfel und Birnen miteinander zu vergleichen. Die Angebote der verschiedenen Zulieferer waren üblicherweise nicht direkt vergleichbar, wobei oftmals wichtige Informationen nicht klar und deutlich im Angebot ausgewiesen waren."
DBM arbeitet seit 2003 vernetzt und realisierte die weltweit erste JDF-Vernetzung im Echtbetrieb. Heute ist der interne Produktionsprozess voll integriert, dazu gehört auch das perfekt funktionierende Papier Management: Das Druckhaus in Berlin wird vom Papierhändler Just-in-Time beliefert und konnte so sein Papierlager abschaffen. 2005 erhielt das DBM beim CIP4 Innovationspreis den zweiten Platz für "Bestes Kosten-Nutzen-Verhältnis durch den Einsatz der Prozessautomatisierung".

Gutenberg startet mit externer Vernetzung
Beim Gutenberg-Werbering in Linz ist man den umgekehrten Weg gegangen. Mit der internen Vernetzung möchte man im nächsten Jahr im Bereich CtP starten. Extern arbeitet man seit einiger Zeit ebenfalls mit HIFLEX Print Support. Momentan wird es vor allem bei der Vergabe von Fremdarbeiten im Bereich Endfertigung und Veredeln eingesetzt. Prok. Herbert Giener: "Wir erhielten Angebote von unseren Buchbindern per Mail, mit der Post, Fax oder Telefon. Die Sachbearbeiter mussten dann alles notieren um vergleichen zu können und die technischen Spezifikationen schlussendlich ins HIFLEX MIS eingeben. Mit Print Support geht das wesentlich einfacher und schneller!"
Die Zulieferbetriebe von Gutenberg sind dabei, sich mehr oder weniger an den neuen Arbeitsablauf zu gewöhnen. Nochmals Herbert Giener: "Wenn es sich nicht lohnen würde, würden wir diesen Weg nicht gehen. Es gibt aber auch noch Buchbinder, die sich die Print Support-Bildschirmmaske ausdrucken, händisch ausfüllen und uns zurückfaxen."
Die drei CIP4-Preisträger Druckhaus Berlin-Mitte, Grieger Offsetdruck und Gutenberg-Werbering trugen zu der Entwicklung des JDF-fähigen und web-basierten Beschaffungstools HIFLEX Print Support bei. HIFLEX führte das neue Tool dann im Herbst 2006 als Erweiterung seines Produktportfolios ein. HIFLEX Print Support optimiert als Internet-Tool die Abwicklung von Geschäfts- und Kommunikationsprozessen in der Druckindustrie. Hierzu verbindet Print Support die Lieferkette zwischen denen, die Druckprodukte in Auftrag geben, und denen, die Drucksachen produzieren über eine gemeinsame Plattform und steuert als E-Mail-basiertes Abwicklungs-System die Verwaltung, Anfrage und Beauftragung von Jobs aus Vorstufe, Druck und Weiterverarbeitung.
Printeinkäufer setzen Print Support ein, um Anfragen zur Produktion ihrer Drucksachen zu versenden sowie Aufträge direkt an Druckereien zu vergeben. Für den Einkäufer bringt die Abwicklung der Drucksachenbeschaffung über Internet und E-Mail deutliche Zeit- und Kostenersparnisse, da die Übermittlung von Anfragen und Angeboten sehr effizient und standardisiert erfolgt. Für viele Anbieter ist es wichtig, dass sie in jedem Fall eine Rückmeldung zu ihrem Angebot erhalten. Die im Print Support-Workflow enthaltenen Kommunikationsfunktionen leisten dies mit minimalem Aufwand. Wird der Auftrag schließlich vergeben, werden auch die Auftragsdaten via JDF von HIFLEX Print Support an das Management Information System der Druckerei weitergegeben. Für Druckereien bietet Print Support die Möglichkeit, Anfragen an ihre Zulieferer (beispielsweise Buchbindereien oder Kollegenbetriebe) zu managen. Dabei ist Print Support nicht auf Anwender des HIFLEX MIS beschränkt. Allerdings können die Auftragsdaten aus dem HIFLEX MIS auf einfache Art und Weise in Print Support importiert werden, und die Anfragen aus Print Support heraus versendet werden.

 

Auch für die Lieferanten gab es eine Auszeichnung. Thomas Reichhart, HIFLEX; Reinhold Stange, KBA; Ursula Voss-Eiden, Kodak; Eugen Stein, MAN Roland

Die weiteren Preisträger
In der Kategorie "Bestes Kosten-Nutzen-Verhältnis durch den Einsatz der Prozessautomatisierung" setzte sich PDC Tangen in Norwegen als Gewinner durch. PDC Tangen ist heute der erste skandinavische Drucker, der JDF implementiert hat. Der Startschuss zur Vernetzung fiel im April 2006, inzwischen umfasst das JDF-Netzwerk die Systeme von fünf verschiedenen Herstellern: Kodak's Prinergy und InSite, sechs Druckmaschinen von Komori und Mitsubishi (gleichzeitig weltweit erste JDFAnbindung Mitsubishi - MIS), drei MBO Falzmaschinen, sowie das HIFLEX MIS. In dem prämierten Workflow empfängt die Vorstufe die Parameter für das automatisierte Ausschießen (HIFLEX sendet die Auftragsbegleitenden Daten sowie "JDF StrippingParams" an Prinergy), und die Falzmaschinen erhalten die im MIS kalkulierten technischen Details wie Anzahl, Art und Position der Brüche, Falzmuster oder Angaben zu Seiten-/Kopfanlagen) für die automatische Maschinenvoreinstellung. Als Resultat des JDF Projekts verzeichnet PDC Tangen einen Umsatzzuwachs von 20% (+ EUR 5.2 Mio) sowie eine Steigerung verkaufter Produktion von 25% auf den Druckmaschinen und 15% auf den Falzmaschinen. Der Gewinn nach Steuern ist um fast 900% gestiegen. Auf fünf Jahre berechnet ergibt sich ein Wettbewerbsvorteil von EUR 5.180.906 und die Investition zahlt sich für PDC Tangen beinahe 20-mal aus.
In der Kategorie "Größte Effizienzsteigerung und Verbesserung der Kundenbetreuung durch den Einsatz von Prozessautomatisierung" erreichte Ampersand Printing, Kanada den zweiter Platz. Ampersands JDF-Projekt begann im April 2006, heute sind Kodak Prinergy und der Heidelberg Polar Cutter mit dem HIFLEX MIS über JDF vernetzt.
Ampersand profitiert von den folgenden Effekten der Vernetzung: Automatische Auftragsanlage in Prinergy, automatisches Laden der Preps Ausschießschemas basierend auf "JDF StrippingParams" von HIFLEX, Verbesserter Zugang zu archivierten Jobs, automatisierte Materialverbuchung, Visualisierung des Auftragsfortschritts in der Vorstufe für den Verkaufsinnendienst, minutengenaue Anzeige des Plattenstatus für den Disponenten, automatisiertes Verbuchen durchgeführter Korrekturen, schnellere und exaktere Rechnungsstellung, korrekte Platteninventur, straffe Integration der Kunden in den Vorstufen-Workflow, automatisiertes Verarbeiten der gelieferten Daten, Steigerung der verkauften Produktion aufgrund erhöhter Transparenz und Flexibilität, reduzierte Einrichtungszeit an der Schneidemaschine.
Im ersten Zeitraum nach der Implementierung (2006 verglichen mit 2005) realisierte Ampersand einen Umsatzzuwachs von 34,78%. Auf fünf Jahre gerechnet beträgt der Wettbewerbsvorteil durch die Automatisierung umgerechnet über eine Million Euro und der ROI erreicht 1815.8% (Amortisationsfaktor von beinahe 20).

CIPPI Award Erfolg für HIFLEX Anwender
Die CIP4 Innovationspreise werden an die weltweit erfolgreichsten Anwender der Prozessautomatisierung in der Druckindustrie verliehen. Nunmehr das dritte Jahr in Folge gewannen HIFLEX Anwender zwei der drei ausgeschriebenen Preise und erhielten eine Zweitplatzierung in der verbleibenden Kategorie.
Der MIS-Anbieter HIFLEX ist überzeugt, dass dieses Resultat auch dem konsequenten Streben seiner Kunden nach Prozessoptimierung zu verdanken ist. So Stefan Reichhart, Geschäftsführer der HIFLEX GmbH: "Unsere Kunden wollen mit der Automatisierung ihre organisatorische und personelle Leistungsfähigkeit verbessern. Das Ziel ist letztendlich Computer Integrated Manufacturing (CIM), was die Integration aller an der Produktion beteiligten Herstellersysteme im HIFLEX MIS beinhaltet, um die gemeinsame Nutzung produktionsrelevanter Daten sicherzustellen. Die diesjährigen Erfolge im CIPPI Award demonstrieren zum wiederholten Male, dass HIFLEX Anwender mit den realisierten Automatisierungslösungen enorm erfolgreich sind und sehr große Effekte erzielen." Ergänzend erläutert Thomas Reichhart, Vorsitzender der HIFLEX Gruppe: "Unser Hauptziel ist Kundennutzen und Kundenzufriedenheit. Auf dem Gebiet der JDF Vernetzung arbeiten wir sehr eng mit führenden Herstellern der grafischen Industrie zusammen. Durch unsere Innovationsfreude und Technologiestärke profitieren unsere Kunden von einer wirklich nachhaltigen Automatisierungstechnologie, mit der sie bestens auch auf zukünftige Anforderungen vorbereitet sind."

Quelle: Papier & Druck (Ausgabe 07/2007, 113. Jahr)