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"Integrierte und unternehmensübergreifende Geschäftsprozesse sind wesentliche Komponenten
unserer Unternehmensphilosophie. Denn sie eröffnen unseren Kunden im Sinne der Cross-Media-Produktion
erhebliche Synergiepotenziale," definiert Olivier Neidhart, Geschäftsführer der Zürcher Neidhart +
Schön AG, die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Diese setzt zweifellos vernetztes unternehmerisches
Denken und Handeln aller Mitarbeiter voraus.
Und schließlich müssen die Kunden nach und nach an die neuen Möglichkeiten herangeführt werden.
Dabei fragen die Verantwortlichen bei der Neidhart + Schön AG jeweils danach, wo ein vollautomatischer
Prozess Sinn macht und wo nicht.
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"Vernetzte Technik ist der Schlüssel für eine effiziente Produktion über die gesamte
Wertschöpfungskette." Davon ist Daniel Schnyder, Leiter Technik und Mitglied der
Geschäftsleitung bei der Neidhart + Schön AG, überzeugt. Mit JDF (Job Definition Format)
hat man nun ein neues Kapitel in der unternehmensweiten Vernetzung aufgeschlagen, bei der
Komponenten von HIFLEX, Creo und MAN Roland eingebunden sind. Mit der Folge, dass es
zwischen Innendienst, Vorstufe und Druck einen regen digitalen Informationsaustausch gibt,
der mehr Transparenz sowie präzisere und effizientere Abläufe bringt. |
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| Zur Neidhart + Schön Group gehören die Offsetdruckerei Neidhart + Schön AG, der
Digitaldruck-Dienstleister AAA AG und die via one! Multimedia Solutions AG – alle drei
angesiedelt im Zürcher Stadtteil Wipkingen. Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 60
Mitarbeiter, wovon 50 bei der Offsetdruckerei tätig sind. |
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"Wir wussten schon sehr früh, wo es hingehen soll. Nicht genau wie, aber wohin!"
sagt Daniel Schnyder. So wurde 1992 mit dem Management Informations System (MIS) von HIFLEX
der Grundstein gelegt. "Für uns war und ist es wichtig, die Daten aller Aufträge zu
erfassen und auszuwerten. Nur so sind wir in der Lage, jeden Auftrag zu analysieren und
Schlüsse auf Grundlage betriebswirtschaftlicher Fakten zu ziehen ", betont Olivier
Neidhart. |
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| Für Daniel Schnyder ist der Weg zur Vernetzung ein langwieriger und permanenter Prozess,
der sehr viel Planung und Kleinarbeit erfordert. "Eine Vernetzung ist eine überaus
komplexe und anspruchsvolle Aufgabe, die nur in Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern
erfolgreich umgesetzt werden kann. Denn eine Vernetzung kann man nicht einfach installieren,
die muss man sich hart erarbeiten." |
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Für alle administrativen Vorgänge, das Angebots-, Kalkulations- und Rechnungswesen, die
Produktionsplanung und die Betriebsdatenerfassung setzt die Neidhart + Schön AG die
HIFLEX-Print-Branchensoftware ein. Dabei bildet das MIS den Ausgangs- und Endpunkt der
Vernetzung: Kunden- und Auftragsdaten werden erfasst und verwaltet, technische Daten in
die Produktionsplanung überführt und an die Produktion übergeben. In umgekehrter Richtung
fließen Informationen aus der Produktion über die Betriebsdatenerfassung zurück und werden
für die Nachkalkulation, Kostenrechnung und Statistik aufbereitet. So wurden in der
Druckvorstufe die Produktionsabläufe im Zuge der Vernetzung mit Creo Prinergy auf eine
JDF-kompatible Basis gestellt. Im Drucksaal, wo das Maschinenformat 3B mit einer Sieben-
und einer Fünffarben-Roland 700 vorherrscht, war lediglich eine Softwareaktualisierung
des PECOM-Systems erforderlich.
Über die bidirektionale Kommunikation lassen sich
Prepress-Jobs direkt aus dem Management-Informationssystem anlegen, was wiederholte
Dateneingaben erübrigt. Andererseits können Produktionsdaten aus der Druckvorstufe in
Echtzeit an das MIS gesendet werden. Dazu zählen beispielsweise Informationen über
Seitenfreigaben, Prozesszeiten und den Materialverbrauch. Diese Informationen gehen
automatisch an das MIS und stehen dort für das Rechnungswesen oder für statistische Zwecke
zur Verfügung.
Auch die Druckmaschinen sind in den Informationsaustausch einbezogen.
Das MAN Roland PECOM-System ist mit einer JDF-Schnittstelle ausgestattet, über die der
bidirektionale Datenaustausch möglich ist. So kann das MIS dem PECOM-System der
Druckmaschinen die für den Druck relevanten Parameter (Informationen über den Kunden, das
Produkt, das Format, die Auflage, das Papier, die Anzahl der Druckplatten, Farben etc.)
online zur Verfügung stellen und im Gegenzug Ereignisinformationen der Druckmaschinen
empfangen. Dabei werden Disposition und Terminplanung über den Auftragsstatus informiert.
Die auftragsbezogenen Arbeitszeiten gibt jeder Mitarbeiter in der Produktion (Prepress,
Press und Postpress) direkt in die Betriebsdatenerfassung ein. |
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Mit der Einführung von JDF hat der Workflow in der Arbeitsvorbereitung keinen grundlegenden
Wandel erfahren. Der Innendienst legt wie bisher Aufträge mit den dazugehörigen Parametern
an. Nach Auftragserteilung wird die Disposition über die Zwischen- und Endtermine informiert.
Parallel dazu legt das System einen Job im Prinergy-System an. Auf Grundlage der im
Druckereibüro definierten Parameter erfolgt in der Prepress-Abteilung die digitale
Bogenmontage. Nach dem "Gut zum Druck" werden die Daten für den JobPilot im
PECOM-System geschrieben. |
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| Im Drucksaal sind bei der Neidhart + Schön AG die Bogenoffsetmaschinen über das PECOM-System
in den JDF-gestützten Informationsaustausch einbezogen. Auch die Druckplattenbebilderung
auf dem Lotem 800 Quantum ist über Prinergy in den JDF-gesteuerten Workflow eingebunden. |
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Gerade erst wurde die erste Stufe der Vernetzung bei der Neidhart + Schön AG erfolgreich
abgeschlossen, da denkt man bereits daran, wie die Vernetzung noch weiter vorangetrieben
werden kann. Auf der Wunschliste steht beispielsweise das vollautomatische Ausschießen
der Aufträge anhand der in der Produktionsplanung definierten Parameter.
Zudem wünscht sich Daniel Schnyder noch präzisere Daten für die Planung und Disposition:
"So wie ein Navigationssystem, das permanent informiert, wo man ist und wie lange man
noch zum Ziel braucht. Dabei sehen wir aber auch, dass das Job-Tracking für den Kunden
weniger interessant ist."
Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Automatisierung der schon seit längerem
praktizierten Just-in-time-Anlieferung des Druckpapiers. "Wir haben in Zürich mit sehr
hohen Platzkosten zu kämpfen. Unser Ziel ist es, parallel zum "Gut-zum-Druck"
durch den Kunden das Papier automatisch zu ordern. Damit könnten wir Kosten für Lagerung
und Logistik weiter senken." |
Die momentane Ausbaustufe der JDF-Vernetzung betrachtet Daniel Schnyder als Meilenstein auf
dem Weg zur vernetzten Produktion. Den wirtschaftlichen Einsatz vorausgesetzt, wird auch die
Druckweiterverarbeitung in die vernetzte Produktion integriert werden. Auch stehe außer
Frage, dass bei allen weiter anstehenden Investitionen in Maschinen, Gerät und Software die
JDF-Kompatibilität im Anforderungskatalog Prinzip sei.
Doch sieht man sich bei der Neidhart + Schön AG noch längst nicht am Ende der Entwicklung.
"Es ist noch alles im Fluss", sagt Daniel Schnyder. "Aber es sei bereits
abzusehen, dass es weitere organisatorische Veränderungen geben wird. Schon heute sieht die
Arbeitsvorbereitung des Druckereileiters anders aus als zuvor. Er ist durch die angelieferten
Informationen wesentlich entlastet. " Vor allem aber sieht Daniel Schnyder, dass sich
Arbeitsprozesse massiv verlagern. Beratungs- und Verwaltungsaufwand haben zugenommen, und
vom Sachbearbeiter wird mehr verlangt als bisher. Dass ihn die Informationen des MIS dabei
von Routinearbeiten entlasten, steht außer Frage. Aber, so Daniel Schnyder: " Er muss
den Auftrag exakt von vorn bis hinten durchdenken. Das erfordert ganzheitliches Fachwissen,
denn die Auftragsbearbeitung wird über den Erfolg oder Misserfolg der Druckproduktion
entscheiden." |
Daniel Schnyder, bei der Neidhart + Schön AG für die Umsetzung des JDFProjekts verantwortlich:
"Für uns war es entscheidend, ohne große technische Aufrüstung der vorhandenen
Infrastruktur eine JDF-basierende Kommunikation zwischen der Druckereiverwaltung, der
Vorstufe und dem Druck einzurichten." Die Implementierung von JDF bewertet Daniel
Schnyder heute grundsätzlich positiv. "Der Effekt ist da, wenn ich ihn auch nicht
in Franken und Rappen beziffern kann. Was ich aber belegen kann, ist der schlanke und extrem
schnelle Arbeitsfluss."
Durch die Abschaffung der Tageszettel und die Einführung der
dezentralen elektronischen Betriebsdatenerfassung konnte schon vor einigen Jahren eine halbe
Arbeitskraft eingespart werden. "Mit JDF ersparen wir uns jetzt alleine in der
Druckvorstufe pro Auftrag rund zwei Minuten. Bei 10 bis 15 Jobs pro Tag ergibt dies eine
Einsparung von 20 bis 30 Minuten. Im Drucksaal ist der Effekt noch deutlich größer",
fasst Daniel Schnyder zusammen. Dabei sieht er vor allem in der gestiegenen Qualität der
Daten und der daraus resultierenden Transparenz in der Produktion große Vorteile. "
Einzelne Aufträge oder auch gesamte Prozesse lassen sich so genauer analysieren, und daraus
wiederum können solide Entscheidungsgrundlagen gewonnen werden." Denn alle signifikanten
Ereignisse werden gespeichert und Produktions- und Materialkosten, die mit jeder Änderung
verbunden sind, aufgezeichnet. Dies ermöglicht eine genaue Rückverfolgung der Produktion
und die präzisere Abrechnung der Aufträge. Dies alles aber, so Daniel Schnyder, ist ein
langwieriger und permanenter Prozess, der sehr viel Planung und ebenso viel Kleinarbeit
erforderte und noch mit sich bringen wird: "Eine Vernetzung kann man nicht einfach
kaufen und installieren. Die muss man sich hart erarbeiten." |
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